Anfang des Jahres lud der Biolandverband regionale Mitglieder zur Betriebsbesichtigung des Pflanzenzuchtbetriebes Homann in Blender bei Verden ein .
Anlass war das 35 jährige Betriebsjubiläum.
Da wir auch Homann Kunden sind und für knapp 10.000€ jährlich Pflanzen beziehen, lag es nahe die Gelegenheit zu nutzen mehr über unseren wichtigsten Lieferanten zu erfahren .
Mit Karolina, Jürgen, Petra, Regine und Ute machten wir uns auf die knapp 1-stündige Reise nach Blender.
Begleitet von blauem Himmel, aber noch kühlem Vorfrühlings-Temperaturen trafen wir pünktlich gegen 11:00 ein - und wurden erstmal gebeten vor Betreten der Betriebsgelände Plastiküberzieher anzuziehen und eine Desinfektionsbad zu betreten.
Diese Maßnahme diene dem Schutz von unerwünschten Pflanzenkrankheitserregern, die die Besucher mitbringen könnten erklärte eine freundliche Mitarbeiterin.
Plausibel, denn die meisten Besucher arbeiten in Gemüseanbaubetrieben !
Hygienemassnahmen vor Betreten des Homan Betriebgeländes
Langsam versammeln sich die ca. BesucherInnen hinter der Hygienesperre wo uns das Homann-Team begrüßt und sich mit den jeweiligen Arbeitsschwerpunkten vorstellt.
"Unser Team besteht aus 13 Festangestellten, die das ganze Jahr für den Betrieb arbeiten. In der Gärtnerei Homann sind ausgebildete Gemüsegärtner angestellt, die regelmäßig an den Weiterbildungen der Landwirtschaftskammer, Sortensichtungstagen und Sortenprüfungen der Züchter teilnehmen. Als anerkannter Ausbildungsbetrieb begleiten wir auch immer wieder engagierte junge Menschen auf ihrem Weg zum Gärtner. Für die Wartung und Reparatur der Maschinen ist ein Techniker angestellt. Darüber hinaus gehören 4-7 Fahrer zu unserem Team, die mit unseren LKW die Pflanzen ausliefern und Leergut einsammeln. Im Büro kümmern sich drei Mitarbeiterinnen um Ihre Anfragen, Bestellungen und Anmerkungen. Unterstützt wird unsere Stammkollegschaft durch Saisonarbeiter, Aushilfen und Ferienjobber."
Frage:
Was haben die Städte Kiel, Magdeburg,Osnabrück,Schwerin, Göttingen, Wittenberge, Emden, Wilhelmshaven mit Der Firma Homann gemeinsam ?
Antwort:
Umrahmt man diese Städte auf einer Karte, erhält man das große norddeutsche Vertriebsgebiet der Firma Homann mit eigener Vertriebslogistik!
„Je nach Jahreszeit, Bestellmenge und Route erfolgt die Auslieferung im regelmäßigen Turnus. Dafür stehen uns zwei 26t Kühllastwagen, zwei 18t Kühllastwagen und ein 7,5 t zur Verfügung, die von montags bis freitags in der Hauptsaison auch am Samstag unsere Pflanzen ausliefern“ erläuterte Büroleiterin Michael Schiffers.
Bis dahin war es ein weiter Weg aus kleinen Anfängen.
1992 kaufte Michael Homann eine ehemalige Rosengärtnerei in Blender bei Verden. Die konventionell betriebene Gärtnerei wurde nach Bioland Richtlinien umgestellt.
In den folgenden Jahren erfolgte die Modernisierung und Erweiterung der vorhandenen Gewächshäuser, so dass wir heute über eine Anbaufläche von 1,8 ha unter Glas und 3,5 ha Freiland verfügen, so die Selbstauskunft.
Zum Vergleich- unsere gesamte Freilandanbaufläche in Dörpel könnte man darin unterbringen !
Nach diesen einleitenden Infos folgten wir dem Betriebsrundgang entlang der Herstellungsschritte mit weitergehenden Erläuterungen.
Links im Bild: Das modernste Gewächshaus steht kurz vor der Bestückung ! ⁃
REGINE fasste ihre Gedanken nochmal zusammen:
"Viele Aspekte, die das Gedeihen und insbesondere das zeitlich geplante Gedeihen der Pflanzen. Licht, Temperaturen, Saatgutquellen, Krankheiten etc sind jeweils in der Planung zu berücksichtigen bzw. werfen Planungen über den Haufen. Eingeplantes Saatgut ist in manchen Jahren einfach nicht in der erforderlichen Qualität oder zum geplanten Zeitpunkt verfügbar, was ebenfalls kreative Flexibilität erfordert.
Mir war nicht klar, wie groß das Liefergebiet von Homann ist (ganz Norddeutschland) und welche logistischen Herausforderungen damit verbunden sind.
Zahlen kann ich mir nicht merken, habe aber im Kopf 4 LKW und 6 Fahrer (oder umgekehrt?)
Immerhin sollen die Jungpflanzen, die lange zuvor bestellt sind, in der vereinbarten Kalenderwoche beim jeweiligen Kunden sein.
Mir wurde über die Ausführungen auch klar, warum wir die Jungpflanzen nicht immer zum vereinbarten Datum zum Hof in Dörpel geliefert bekommen. Oft wird kurzfristig das Datum und auch der Lieferort noch verändert, sodass wir manchmal die Pflanzen in Vogtei bei F. Meyer abholen müssen. Diesbezüglich war für mich eine wichtige Information, dass Fa Homann dieselben Ressourcen (Personal und Zeit) benötigt ,eine einzige Palette mit verschiedenen Pflanzen für so einen kleinen Abnehmer wie uns zusammenzustellen wie einen ganzen LKW für einen Großabnehmer zu bestücken.
Auch interessant war für mich, dass viele Gemüsesorten händisch gesät werden, da die Samen von ihrer Form und Beschaffenheit her nicht maschinell gesät werden können.
Insgesamt war die Führung für mich sehr interessant und beeindruckend."
Die Vorführung der riesigen fahrbaren Maschine zum Umlagern der bestückten Pflanzkisten im mit modernsten Techniken ausgestattet Gewächshaus war beeindruckend und beendete die Betriebsbesichtigung gegen 14 Uhr.
Diese riesige Maschine fasst bis 24 x 5 Standardpflanzkisten mit bis zu 11 x 17 Töpfen auf einmal und transportiert sie in den vorgesehenen Quadranten im Gewächshaus
Anschließend fuhren wir zu Kaffe und Kuchen und anschließender Bioland-Diskussionsveranstaltung nach Westen. In die Gaststätte „Kneipe Westen“
In der Diskussion der aktuellen Biogemüseabbau-Situation wurden die Sorgen der vorwiegend kleinen Bio-Betriebe angesichts der Kooperationen der grossen Lebensmittelsupermärkte mit den wichtigsten Bio-Verbänden deutlich. Lidl mit Bioland, Aldi mit Naturland üben mit ihren Nachfragemengen Druck auf Preise und Qualität der Bioprodukte aus. Für kleinere Betriebe werden die absehbaren Anforderungen finanziell nicht zu stemmen sein - das war der Eindruck des Verfassers dieses Zeilen.
Als Abschluss der Bioland- Veranstaltung, die unsere Fachberater Achim Holzinger und seine Kollegin Nadine Liebig gekonnt leiteten,, gabs noch lecker Grünkohl- mal durchaus anders mit angeregter Unterhaltung in der vereinsgeführten Gaststätte „Kneipe Westen“.
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Hofnachrichten vom 9. Juli 2923
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